Kavendish

Spielend durchs Leben

Das Debakel an der Homefront

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Ich bin damit eigentlich spät dran, aber das tut nichts zur Sache. Ich habe Homefront vor kurzem in die Finger bekommen und ja ich wußte es besser, denn eindeutig waren die Berichte über THQs Shooter ja. Ich wollte es dennoch selber mal testen.

Machen wir es kurz, der gemeine Internet- und Forenpöbel hat recht, der Singleplayer ist eine Schande. Das Intro haut dir Kriegsverbrechen um die Ohren, wie ein MG die Kugeln. Leider auf eine Art und Weise, die dem Spieler nicht wirklich lehrt wie grausam, sinnlos und geächtet diese Handlungen sind, sondern will einen einfach nur unangemessen schocken.

Die Szene im Bus, jemand den ich als Spieler so kein Stück kenne, labert mich voll ob ich auch ein Pilot bin und das wir im Lager zusammenbleiben sollten. Wieso auch? Steht mir das auf der Stirn? Dann diese “Gucken wir mal, wer überlebt”-Befreiungsaktion mit dem Truck. Was ein Bullshit wegen mir, bissel bessere Planung und unser Widerstand hätte 2 Piloten gehabt. Profis.

Nur aus Profis scheint meine Widerstandstruppe sowieso nur zu bestehen. Jetzt mal ernsthaft. Wir planen also einen Guerillakriegin Homefront gegen die KVA, haben begrenzte Manpower und Waffen. Egal wo wir langgehen schreien wir also rum und treten jede Tür ein? Liebe Storywriter ist euch das echt nicht aufgefallen? Besonders aufgefallen ist mir das am Anfang der Mission mit dem Supermarkt. Ein ellenlanger Gang. Das Waffenhirn unserer Truppe macht lautstark die Tür auf. Durch den Gang, eine Treppe hoch. Ein nichtsahnender KVA-Soldat guckt stur zur anderen Tür, durch die wir durch erst noch durch müssen. Leise erledigen. Wollte ich erst machen, ging nicht. Meine Scriptkollegin Rianna erledigt das mit dem leise beseitigen.

Die nächsten kleinen Absurditäten die mir auffielen:
Vor verdammt vielen Türen steht ein Schrank, der auch immer lautstark vom Waffenhirn umgeschubst werden muss. Soviel zu Guerillataktiken und behutsamen vorgehen. Und dieses ewiggleiche Rumgeschreie im Funk. Ich soll mich an diese Wächtertürme anschleichen und die ausschalten, damit wir zu unserem supergeheimen Tunnel kommen. Und dann muss ich den Gastank dieses Wächterturms mit einer Handgranate in die Luft jagen? Subtil geht anders.

Die Steuerung bei Homefront auf der Xbox 360 ist seltsam, ich habe lange mit der Sensivity rumgespielt bis ich ein gutes Zielverhalten hatte. Getroffen habe ich den Gegner nur, wenn er wirklich in der Mitte des Fadenkreuzes war, auch wenn ich optisch eine Streuung der Waffen hätte. Ging das noch jemanden so?

Da meine Anlage noch nicht aufgebaut ist, habe mit stinknormalen Stereokopfhörern gezockt. Da hatte ich ein seltsames Soundverhalten. ich hörte immer nur den linken Schritt meiner Spielfigur?
Humpele ich? Habe ich mir im Intro was gebrochen beim Treppensturz?
Dennoch war ich im Laufen immer schneller als meine Scriptkollegen. Gegen Ende der Supermarktmission muss man ja hoch zum Dach. Sagen meine Mitkämpfer jedenfalls. Hab ich auch gemacht. Stand übrigens wieder vor einem Schrank, der die Tür versperrte… Nichts passiert. Ich stehe da oben und meine Kollegen machen keine Anstalten in diesem als dringend inszenierten Moment sich zu bewegen. Der weiße “Folgen” Punkt bleibt über deren Köpfen. Ich musste wieder runter rennen und das Script auslösen, wieder mit denen nach oben rennen. Endlich war Waffenhirn da und konnte als einziger diesen Schrank nach links auf die Seite schmeißen und die Tür öffnen.

Die Mission, nach der Situation in der Oase wo mein “Team” und ich in den Hinterhalt gerieten, brach ich ab.

Fiktive Szenarios, auch die in einer Zukunft, sollten sich an eine gewisse Logik halten oder Schläue an den Tag legen. Die schlechteste Widerstandszelle der Welt besiegt im Handstreich perfekte ausgerüstete und ausgebildete Soldaten, die in der Lage waren die USA einzunehmen? Oh please, da sind ja die Genrekollegen glaubwürdiger, naja auch nicht alle.

Danach habe ich übrigens CSI: Deadly Intent angefangen, cooles und entspanntes Spiel. Macht echt Spaß.

Autor: Kavendish

Hier schreibe ich Privat über alles was mich so medial bewegt. Videospiele, Musik, Filme und herrlichen Nerdkram. Beruflich schreibe ich Dinge für AreaGames.de und das Printmagazin AGM.

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