Kavendish

Spielend durchs Leben

Demos sind nur Luxus und keine kostenlosen Käsehäppchen

| 1 Kommentar

Das glaubt zumindest Cevat Yerli, seines Zeichen Studiochef bei Crytek. Kostenlose Demos seien ja Luxus und wir sollten dankbar sein, solange es sowas noch gibt.
EA hat ja schon vor ein paar Wochen die Idee verlauten lassen, kostenpflichtige “RiesenDemos” mit 3-4 Spielzeit zu veröffentlichen gegen Geld natürlich. Premiumvorabversionen. Aber da diese Idee, völlig unerwartet übrigens, wohl nicht so gut ankam, müssen nun bekannte Persönlichkeiten diesen Bullshit promoten. Der gute Herr behauptet auch noch in der Filmbranche würde es sowas nicht geben, kostenlose Vorabversionen mit gekürzten Umfang. Äh, doch heißt Trailer und ist die beste Werbung für einen Film. Demos sind übrigens auch Werbung. Ich behaupte einfach mal die beste Werbung für ein Produkt ist seine Demonstration im eigenen Medium. Fische im Aquarium wirken auch besser als der Text im Prospekt.

Ein mir unbekannter Kinofilm wird doch meist erst interessant, wenn ich einen Trailer zusehen bekomme. Kinoplakate, Radiospots oder Textanzeigen unterstützen doch meist nur. Auch bei Musik sind Hörproben doch letztlich das überzeugendste Instrument für den Kauf. Das kann man sogar noch weiterspinnen, Autos auch da kommt der letzte entscheide Kaufimpuls mit der Probefahrt, vielleicht sogar noch vor dem Preis. Konnte da die Probefahrt so dermaßen überzeugen, bricht man vielleicht doch mit seinem Preislimit und scheißt auf die 5000€ die dieser Wagen jetzt mehr kostet oder andersherum, an sich ist es ein Schnäppchen aber man kam überhaupt nicht mit dem Wagen zurecht oder schlimmer, technisch stimmte was nicht. Kostenlose Demos sind essentiell für den Kunden und gerade im PC-Bereich ist es eher die technische Seite, die ich als Kunde damit überprüfen kann. Denn was “ihr als Publisher” dem PC-Spieler teilweise vorsetzt ist eine Frechheit. Ich werfe nur mal ARMA 2 oder Gothic 3 in den Raum.

Ihr wollt mir etwas verkaufen, es schmackhaft machen. Ich bezahle nicht für Probierhäppchen an der Käsetheke. Verkaufen heißt investieren und zwar auch in das richtige Werbemittel.
Ich bezahle nicht für die Chance “eure” Werbeversprechen vorm Kauf prüfen zu können. Selbst Gametrailer vermitteln kein Spielgefühl, und reine Rendertrailer ohne Szenen aus dem Single- oder Multiplayer schon gar nicht. Demos vor Release waren früher auch sowas wie der Betatest für den Entwickler.

Und macht euch schon mal auf das negative Gewitter in den Socialnetworks und Blogs gefasst, wenn die Leute mit eurer Bezahldemo nicht zufrieden sind. Sei es weil es nur bei einigen Leuten abstürzt, ruckelt, die Steuerung schwammig ist oder sie einfach nur mit der Story unzufrieden sind. Man weiß doch, dass die mit negativen Erfahrungen am lautesten schreien, erst recht wenn es diese Leute auch noch Geld gekostet hat. Bei der Reichweite die eine Privatperson heute hat, ein sehr sehr zweischneidiges Schwert denke ich. Und um sich dagegen schon abzusichern kostet eine Bezahldemo sicherlich mehr in der Produktion, im Rechnungssupport und weitere Personen für die Qualitätssicherung, ob da nun der Preis der Bezahldemo noch ausreicht, um argumentieren zu können eine kostenlose Demo ist noch teurer für den Publisher.

(via Gamestar)

Autor: Kavendish

Hier schreibe ich Privat über alles was mich so medial bewegt. Videospiele, Musik, Filme und herrlichen Nerdkram. Beruflich schreibe ich Dinge für AreaGames.de und das Printmagazin AGM.

Ein Kommentar

  1. Ich stimme dir in da voll und ganz zu: Demos sind das beste Mittel, um sich im Vorfeld der Qualität eines Spieles bewusst zu werden. Zu häufig werden aktuell verbuggte Gurken verkauft und die Anzahl der veröffentlichten Demos nimmt auch stetig ab. Mit dieser Praxis, keine Demos, oder Bezahl-Demos zu veröffentlichen, werden potentielle Käufer in die Hände der Piraterie getrieben, weil die Wenigsten Lust haben für einen Beta-Test Geld auszugeben.

    Meine Forderung: Veröffentlicht wieder mehr Demos, führt umfangreichere Beta-Tests durch und verzichtet auf Kopierschutz, welcher den ehrlichen Käufer in den Arsch tritt, dann kommen auch die Käufer zurück!

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